Was Lehrer:innen sich für die Digitialisierung ihrer Schule wünschen

 

„Was wünschen Sie sich am dringendsten für die Digitalisierung Ihrer Schule?“ Diese Frage stellte ViewSonic zahlreichen Lehrer:innen. Die Antworten, die im Rahmen eines Gewinnspiels angefragt wurden, bestätigen, was auch zahlreiche Wissenschaftler:innen und Bildungspraktiker:innen in ihren Vorträgen und Diskussionen immer wieder deutlich machten: Zwölf Monate Pandemie haben nicht ausgereicht, um die Rückstände eines Jahrzehnts aufzuholen. Zwar haben viele Schulen inzwischen Dienst-Laptops und Tablets erhalten, oft fehlt es aber an den Basics, wie die Rückmeldungen zeigen.

„Wir sind sicher auf dem richtigen Weg, aber es ist noch jede Menge Luft nach oben“, fasst eine Lehrkraft den Fortschritt in Sachen Digitalisierung zusammen. Neben keiner oder keiner ausreichenden digitalen Ausstattung an den Schulen im Jahr 2021 tauchen auch andere grundlegende Probleme auf. Eine Schule ist beispielsweise im Besitz mehrerer Hundert iPads, wartet jedoch immer noch auf einen Internetanschluss mit ausreichender Bandbreite. Der Wunsch nach stabilem und leistungsstarkem WLAN für Lehrer und Schüler war insgesamt einer der am meisten geäußerten Wünsche. Vor allem die Zuverlässigkeit der vorhandenen Infrastruktur wurde bemängelt.

Aber auch an die Schüler:innen während des Distanzunterrichts zuhause dachten die antwortenden Lehrer:innen. So wünschten sich einige eine Finanzierung der IT-Ausstattung für sozial schwächere Familien und einen besseren „Draht“ zu den Lernenden, also eine bessere Internetanbindung nicht nur vor Ort in der Schule, sondern auch in den Elternhäusern.

Es fehlt an grundlegender Technik

Doch selbst da, wo die Internetverbindung funktioniert und neue Leihgeräte angeschafft wurden, hapert es an grundlegender Technik. Für eine Lehramtsanwärterin an einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen liegt die höchste Priorität auf fest installierten Beamern im Klassenzimmer bzw. auf Smartboards. Sie und die Schüler:innen sind zwar mit iPads ausgestattet, aber ‚mal schnell‘ eine Einführung in eine App oder die individuellen Ergebnisse zu zeigen, kann aktuell nicht stattfinden.

Eine andere Lehrkraft verwies ebenfalls auf Beamer. Ein qualitativ hochwertiger Beamer ist die Grundvoraussetzung für die Digitalisierung des Unterrichts und die fruchtbare Nutzung unserer iPads, so ihre Meinung. Diese seien aber konsequent Mangelware, auch noch 2021.

Häufig gehören Beamer und mit allen gängigen Endgeräten kompatible digitale Tafeln noch nicht zur normalen Grundausstattung eines Klassenraums. Eine Lehrkraft wünscht sich aber genau das, um digitale Medien spontaner einsetzen zu können. Damit könnte man mit mehr Geräten oder einem eigenen Gerät spontan Lerninhalte aus dem Internet nutzen oder mit der Klasse gemeinsam recherchieren.

Datenschutz und externe Unterstützung

Immer wieder betonten die Lehrer:innen bei der Beantwortung der Frage nach der digitalen Ausstattung auch das Thema Sicherheit. Lernmanagementsysteme, die datenschutzkonforme Tests ermöglichen, war zum Beispiel ein Wunsch. Aber auch mehr Autonomie für Schulen bei der Wahl digitaler Tools gehörte dazu. Der ganze Prozess von schuleigenen Apps zeichne sich nach wie vor zu bürokratisch aus, es gibt zu wenig datensichere Apps für Lehrkräfte um diese eigenständig auf den schuleigenen Endgeräten installieren können. So könnten beispielsweise Podcasts gestaltet werden, eine eigene Homepage erstellt und Videoprojekte inklusive Schnittmöglichkeiten verwirklicht werden. Zudem ist der Wunsch da, dass digitale Projekte mit externen Partnern umgesetzt werden könnten (beispielsweise digitale Theaterprojekte, Robotergestaltung, etc.).

Das Thema Fortbildung lag zahlreichen Teilnehmer:innen am Herzen. So wünschte sich zum Beispiel ein Schulträger mehr obligatorische Fortbildungen zum „Digitalen Unterricht“ und eine Lehrkraft mehr Zeit für schulinterne Fortbildungen, in denen die Kolleg:innen digitale Geräte wie Whiteboards oder Software wie myViewBoard in Ruhe kennenlernen können. Auch Konzepte für den digitalen Unterricht waren ausdrücklich erwünscht.

Doch vielen Pädagog:innen war auch klar: Die beste Ausstattung nützt nichts, wenn der Support fehlt. Wer kümmert sich um die Wartung der Geräte? Wer hilft, wenn einmal etwas zu Bruch geht oder ein Programm nicht mehr funktioniert? Der Bedarf nach einem/einer IT-Experten/Expertin, welcher/welche nur an einer festen Schule tätig ist und sofort ansprechbar ist bei technischen Problemen und sofort kleinere Probleme beheben kann. Bestenfalls inklusive Know-How von Didaktik und Pädagogik und kann somit direkt inspirieren und Anregungen geben.