19.11.2021

„Tschüss Tafel!“ – Wie ein Schulleiter aus Hamm das digitale Zeitalter einläutete

Das Privatgymnasium Heessen in Hamm setzt auf digitale Bildungslösungen von ViewSonic

Auf dem Weg zur digitalen Schule ist der Abschied von der Kreidetafel eigentlich vorprogrammiert. Dennoch fällt die Entscheidung für eine zeitgemäße Präsentationstechnik nicht immer leicht: Reichen Beamer aus oder benötigen wir interaktive Whiteboards? Wie passen die zur bestehenden IT-Infrastruktur und den Endgeräten von Lehrkräften und Schülern? Und: Wie reagieren die Tafel-Liebhaber im Kollegium, wenn die Kreide für immer verschwinden soll? Jürgen Heimühle, Schulleiter am Gymnasium Schloss Heessen im nordrheinwestfälischen Hamm, erzählt im Interview, wie der Digitalisierungsprozess an seiner Schule schrittweise in Gang gekommen ist und welche Rolle die interaktiven ViewBoards von ViewSonic dabei spielen.



Herr Heimühle, wie hat sich Ihre Schule auf den Weg ins digitale Zeitalter gemacht?
Heimühle: Wir haben unseren Digitalisierungsprozess vor etwa fünf Jahren angestoßen, indem wir zunächst einmal einen Anschluss ans Glasfasernetz und eine VDSL-Hausleitung organisiert haben. Das haben wir in Eigenregie unternommen, da uns die Entscheidungswege über die Stadt zu lange dauerten. Als Schule in freier Trägerschaft müssen wir wirtschaftlich und wettbewerbsorientiert denken, denn unsere Schule finanziert sich zu einem Teil aus dem Schulgeld internationaler Gastschüler. Sie kommen mehrheitlich aus Ländern, in denen das Bildungssystem bereits bestens digital ausgestattet ist.  Es war also keine Frage, ob wir digital werden, sondern wie wir das umsetzen wollen.

Das heißt, Sie haben erst einmal für eine gute IT-Grundstruktur gesorgt.
Richtig. Wir haben die Basistechnik eingerichtet, mit einem zentral managebaren Serverraum und kurzen Wegen zu den Routern sowie voneinander getrennten Netzwerken für Pädagogik und Verwaltung - eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt DSGVO-konform digital gestützt unterrichten zu können. Viele meiner Kollegen und Kolleginnen müssen leider an ihren Schulen immer noch ohne adäquate Internetzugänge auskommen – haben dafür aber bereits dank pandemiebedingter Schnellausstattung hunderte Endgeräte im Haus, die ohne WLAN natürlich nicht im Sinne eines guten digitalen Unterrichts eingesetzt werden können. Da verlief dann der zweite Schritt vor dem ersten.

Wie sah denn ihr zweiter Schritt in Sachen Digitalisierung aus?
Wir haben zunächst unsere privaten Geräte benutzt und in Kombination mit Beamern im Unterricht eingesetzt. Als wir dann während des ersten Corona-Lockdowns die Schule schließen mussten, konnten wir zum Glück auf das Know-how unseres Medienkoordinators zurückgreifen, der als Quereinsteiger aus der IT-Branche in unser Kollegium gekommen war – wofür wir mehr als dankbar sind.
Er hat für uns die Open Source Lernplattform ILIAS eingerichtet. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass mit dem Betrieb der Plattform ein hoher Schulungssaufwand verbunden war. Und je mehr Schulen während der Phase des Distanzunterrichts ans Netz gingen, desto mehr Serverausfälle gab es. Wir sind dann auf Microsoft Teams umgestiegen, das wir dank unserer gut gewarteten IT-Infrastruktur datenschutzkonform anwenden können.
Inzwischen sind wir durch Mittel aus dem NRW Förderprogramm „Gute Schule 2020“ und dem DigitalPakt unter anderem mit Lehrerlaptops ausgestattet und konnten jetzt als neuen, wertvollen Baustein unseres Digitalisierungsprozesses interaktive Whiteboards, die ViewBoards, anschaffen.

Was macht die ViewBoards denn für Sie so wertvoll?
Die ViewBoards sind für mich als Lehrer ein Riesengewinn im Präsenz-Unterricht. Allein die Funktionen, die ich schon kennengelernt habe – und ich hätte nicht gedacht, dass ich das in meinem Alter noch sagen würde – haben mich begeistert. Vom einfachen Einbinden, Teilen und Speichern von Audio- oder Video-Medien, vorhandenen Dokumenten, Tafelbildern und Powerpoint-Präsentationen bis hin zur interaktiven Nutzung durch die Schüler und Schülerinnen über ihre Endgeräte ist die digitale Tafel ein Tool, dass den Unterricht vielfältig ergänzt. In meinem Fach Erdkunde lassen sich natürlich wunderbar interaktive Landkarten nutzen und auch eine Internetrecherche ist schnell zwischendurch und für alle sichtbar gemacht.

Und was hält das Kollegium von der neuen Technik?
Natürlich gab es auch Kolleginnen und Kollegen, die erst einmal skeptisch waren. Die meisten hatten überhaupt keine Vorerfahrung im Unterrichten mit Whiteboards. Niemand wollte zusätzlichen Schulungsaufwand und auch die gute alte Kreidetafel war vielen ans Herz gewachsen. Wir hatten dann aber die tolle Möglichkeit, das ViewBoard erst einmal in Ruhe an der Schule zu testen. Wie schreibt es sich mit dem Finger oder dem digitalen Stift? Welche Funktionen machen in welchen Fachunterricht Sinn? Und welche kann ich nutzen, um vielleicht die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern? Auch Eltern- und Schülervertreter:innen durften das Whiteboard ausprobieren. Das Feedback war eindeutig: Die Lehrkräfte empfanden den Einstieg in die neue Technik als einfach einzusetzenden Zugewinn für die Pädagogik und auch die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an den Geräten.

Und welche Vorteile haben Sie als Schulleiter besonders überzeugt?
Für uns in der Schulleitung war wichtig, dass die ViewBoards zu unserer bestehenden Technik passen. Wir praktizieren an unserer Schule den „Bring Your Own Device“-Ansatz, das heißt, die Schülerinnen und Schüler nutzen unterschiedliche Endgeräte und Betriebssysteme, vom IOS-basierten iPad, über Microsoft Laptops bis hin zu Android-Handys. Mit diesen Geräten müssen sie sich reibungslos und vor allem DSGVO-konform am Whiteboard anmelden können. Das war eine Grundvoraussetzung und ist durch die zum ViewBoard gehörende Software myViewBoard sichergestellt.
Überzeugt hat uns auch, dass wir bereits bei uns vorhandene Dokumente und Apps sowie jede gängige Software wie One Drive oder Teams aber auch Open Source Produkte auf dem ViewBoard nutzen können. So kann jede Lehrkraft selbst wählen, wie sie mit dem Board arbeiten und welche Tools oder Funktionen sie im Unterricht einsetzen möchte. Das sieht für den Lateinlehrer zum Beispiel ganz anders aus als für die Chemielehrerin.

Die ViewBoards sind jetzt bereits einige Zeit bei Ihnen im Praxiseinsatz. Können Sie schon ein Fazit ziehen?
Die ViewBoards sind toll. Sie liefern genau die Technik, die wir noch als digitale Ergänzung zum Regelunterricht brauchten. Wie toll sie genau sind, wissen wir noch gar nicht. Wir beginnen gerade erst so richtig, in die Welt des digital gestützten Unterrichts einzutauchen. Aber was wir jetzt schon sehen, ist, dass wir durch die technische Unterstützung mehr Zeit für den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin, haben und uns das Unterrichten mit den neuen Möglichkeiten ganz unabhängig von Vorwissen und Alter großen Spaß macht. Und das ist nicht unwichtig, denn die Digitalisierung in der Bildung steht und fällt mit motivierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.